Archiv der Kategorie: Theater-Archiv

„Haram“ – Erzähltheater in einer Aufführung des S4 (Di 28.02. und Mi 01.03. – 19 Uhr im Forum)

„HARAM“ das heisst:
unerlaubt, verboten, man begeht eine Sünde.

Die in Deutschland aufgewachsenen Geschwister Houari, Aziza und Said verbringen, wie jedes Jahr in Marokko, dem Heimatland ihrer Eltern, ihre Sommerferien.

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Doch dieses Jahr ist alles anders. Am letzten Ferientag teilen ihre Eltern ihnen mit, dass nur der Vater nach Deutschland zurückkehren wird. Die drei Geschwister sollen ab jetzt mit ihrer Mutter in Marokko leben, um eine „ordentliche“ Erziehung nach islamischen Wertvorstellungen zu erhalten.

Für die Drei bricht eine Welt zusammen: Dürfen sie nie wieder in ihre Heimat zurück?! Sollen sie nie wieder ihre Freunde sehen?! Sollen sie auf alles, was ihnen in Deutschland erlaubt war, verzichten?!

Besonders für das Mädchen Aziza ist es ein Schock, sie will nicht in Marokko bleiben. Ihr älterer Bruder Houari und sie beschließen abzuhauen, aber „ein Mädchen das wegläuft, ist zehnmal schlimmer als ein Junge der wegläuft, das ist – Haram, Schande“.

Aber was ist denn „Haram“, eine Sünde, aus der Sicht von drei in Deutschland aufwachsenden marrokanischen Kindern? Und was ist „Haram“ aus Sicht eines Muslims? Was bedeutet Heimat für Houari, Aziza und Said? Welchen Druck müssen die Eltern aushalten, die sich vor Ihrer eigenen Familie rechtfertigen müssen?

Gibt es ein Happy End?

Same shit, different people – das Geschlechterspiel

Mann und Frau – sie können nicht ohne einander, aber oft auch nicht miteinander. Über beide gibt es Klischees und gegenseitige Vorurteile: typisch Mann, typisch Frau!

Dies führt im Alltag zu Konflikten und Konfrontationen zwischen den Geschlechtern, besonders in Liebesbeziehungen. In unserem Stück wollen wir dies anhand von Alltagssituationen im Leben unterschiedlicher Paare vorführen.

Same Shit Different PeopleWir folgen dem typischen Verlaufsmuster einer jeden Beziehung vom ersten Date, wo sich beide Partner kennenlernen und eine oder auch keine Verbindung entsteht, über das „erste Mal“, Heirat, Ehealltag mit Höhen und Tiefen, Kindererziehung, bis hin zum gemeinsamen Alt-Werden oder der Trennung. Same shit, different people – das Geschlechterspiel weiterlesen

All Eyes on you

Daten, Datenhandel, Datenmissbrauch – Alltag in unserer Welt, z.B. der NSA-Skandal 2013. Jeden Tag veröffentlichen wir unsere persönlichen Daten, sei es bei Facebook oder WhatsApp, bei Anmeldungen in neuen Webseiten oder in Online-Shops, und geben damit anderen die Macht über unsere Daten.

All Eyes on youMan ahnt nichts Schlimmes, jedoch werden diese Daten weitergegeben, verkauft und missbraucht, auch gegen einen selbst verwendet. Niemand ist sich des Ausmaßes bewusst, keiner rechnet mit den Gefahren, die sich für jeden einzelnen daraus ergeben. Wenn wir nicht achtgeben, geben wir anderen die Macht über uns.

Da wir dieses Thema sehr aktuell und spannend finden, haben wir uns im Kurs entschieden, auf der Grundlage des Romans 1984 von George Orwell unser Stück All Eyes On You zu entwickeln. Angeregt haben uns insbesondere die Romanverfilmung aus dem Jahr 1984 sowie das Theaterstück Himmel über globale Vernetzung und Terrorismus, das wir im Jungen Schauspielhaus besucht haben, und verschiedene Texte zum Thema. All Eyes on you weiterlesen

Top Dogs – Joblos ganz oben

frei nach Urs Widmers „Top Dogs“

Top DogsJoblos ganz oben, wie geht das denn?
Diese Frage wurde am 13.5.14 im Forum mit der Aufführung von „Top Dogs – Joblos ganz oben“ beantwortet – es geht ganz einfach, als Folge unserer zunehmend globalisierten Welt. Unser Theaterkurs befasste sich über zwei Semester mit dem Stück. Passend dazu haben wir uns außerdem mit dem Thema „Arbeitslosigkeit“  auseinandergesetzt.

Zum Ende hin wurde es ganz schön hektisch mit den Vorbereitungen und zu den Proben erschienen nicht immer alle motiviert, dennoch hat sich letztendlich der ganze Aufwand wirklich gelohnt.

Aber worum geht es jetzt eigentlich in dem Stück?
Wie zu erwarten geht es um die „Top Dogs“ – also erfolgreiche Topmanager, denen nun aber gekündigt wurde und die damit umgehen müssen. Die, die eben noch ihre Angestellten entlassen haben, stehen jetzt auf der Straße. Sie sind zu Opfern ihrer eigenen Handlungslogik geworden. Mit Hilfe der NCC, der New Challenge Company, versuchen diese arbeitslosen Topmanager ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und eine neue Arbeit zu finden. Top Dogs – Joblos ganz oben weiterlesen

Jungle Red – Best Enemies Forever

Jungle Red ist eine Komödie über eine Gruppe von Frauen zwischen 16 und 37 Jahren, deren Lebenseinstellungen nicht unterschiedlicher sein könnten, und über alles, was diese Frauen bewegt: die neuesten Trends, Figurprobleme, Dazugehören zum gesellschaftlichen Leben, der Traum¬mann, die Entscheidung für Kinder oder Karriere, Ehekrisen…

Küsschen hier, Küsschen da! Der Alltag des schönen Geschlechts kann so angenehm sein: Sektpartys mit den Freundinnen, Plaudereien, Shopping, Wellness und hin und wieder etwas Fitness, um weiterhin in die schönen Kleider zu passen.

Doch die polierte Fassade täuscht, die schöne Glitzerwelt ist ein gefährlicher Dschungel, in dem es um das gesellschaftliche Überleben geht. Freundinnen entpuppen sich als Feindinnen, deren gnadenlosen Lästerat¬tacken nichts und niemand entkommt. Kein Geheimnis ist sicher, Vertrauen wird enttäuscht, statt von Einigkeit und Solidarität sind die Beziehungen der Frauen untereinander geprägt von einer giftigen Mischung aus Machtkämpfen, Intrigen und der Lust am Skandal.
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Das war´s – ein Möchtegern-Hochzeitsmusical

„Heiraten – nein danke!“

So oder ähnlich muss man gedacht haben, wenn man sich die Aufführung „Das war´s – ein Möchtegern-Hochzeitsmusical“ des Theaterkurses S4 am 4.4.13 im Forum angeschaut hat. Nicht, weil der Kurs etwa schlecht gespielt hätte, nein, ganz im Gegenteil, sondern weil die Hochzeit, wie Tschechow sie zeichnet, nicht gerade Vertrauen ins Heiraten setzt.

Das warsDen gesamten Abend wartet die Hochzeitsgesellschaft auf das Essen, der Bräutigam heiratet die Braut eigentlich nur wegen des Geldes, die Familie der Braut hingegen hat die Ehe wegen eines höheren Standes angestrebt.

Schon gleich zu Beginn des Stücks geraten Schwiegermutter und Bräutigam in einen Streit über die versprochen Geldanlagen. Die Hochzeitsgäste betrinken sich und der General, auf den die Gesellschaft den ganzen Abend wartet, entpuppt sich als Aufschneider, der bestochen wurde, einen General zu spielen.

Der Theaterkurs der S4 (Frau Behrens) hat das Grundkonstrukt dieser Hochzeit übernommen, aber stark modernisiert. Bei ihnen reicht die Braut noch am gleichen Abend die Scheidung ein, weil in der Power-Point-Präsentation der Freunde des Bräutigams Fotos auftauchen, die ihn in eindeutigen Situationen mit fremden Frauen auf seinem Junggesellenabschied zeigen.  Aber wie das in Musicals so ist – es gibt ein Happy-End! Und kurz nachdem die Braut verweint und enttäuscht ihre eigene Hochzeit verlassen hat, taucht sie beim sentimentalen Lied „Du bist das Beste, was mir je passiert ist“, welches die Hochzeitsgesellschaft im Dunkeln im Laternenlicht singt, wieder auf und versöhnt sich mit ihrem Mann.  Richtig trashig im Prinzip, aber mit Niveau natürlich! Das war´s – ein Möchtegern-Hochzeitsmusical weiterlesen

Du Frau – Ich Mann

Eigenproduktion

Typisch Mann, typisch Frau – Frauen können nicht einparken, Männer können nicht über Gefühle reden, Frauen lieben Klatsch, Männer Fußball…

Du Frau, Ich MannÜber solche Klischees hat sich der DSP-Kurs des S3/4 (Frau Schmidt) in diesem Schuljahr Gedanken gemacht. Verhalten wir uns nach vorgegebenen Mustern oder sind wir ganz frei davon? Welche Rollenbilder werden in unserer Gesellschaft vermittelt, z.B. in Filmen und Popsongs? Wie wäre es, wenn die Rollen vertauscht wären?

Die Ergebnisse wurden in der Eigenprodutkion „Du Frau, Ich Mann!“ am Dienstag, den 11.05.2010, im Eingangsbereich des Schulgebäudes präsentiert.

Das Bettelweib von Locarno

Frei adaptiert nach der gleichnamigen Erzählung von Heinrich von Kleist (S3/4)

Am 14.04.2011 wurde im Forum unter großem Applaus eine recht experimentelle Adaption der Erzählung „Das Bettelweib von Locarno“ auf die Bühne gebracht. Es spielte der Theaterkurs des S3/4 (Spielleitung: F. Lampe).

Hier ein Auszug aus dem Programmheft:

Wer da?
Was erlaube Bettelweib?

Das Bettelweib Dies sind zumindest zwei entscheidende Fragen, die sich der Marchese, ein verarmter Adliger, mehrfach stellen wird. Die erste Frage, ein Zitat und immerhin die einzige wörtliche Rede in der Erzählung

Das Bettelweib von Locarno von Heinrich von Kleist (1777-1811), der Vorlage für dieses Stück, ist vermutlich leicht zu beantworten:

Das Bettelweib ist da, wer sonst. Oder doch ein Geist, eine unbegreifliche Gestalt, ein gespensterartiges Geschöpf, ein seelenloses Wesen? Wer weiß. Wer da? Und überhaupt: Was erlaube Bettelweib? So zumindest formuliert es der Marchese, später ein an einen italienischen Fußballtrainer erinnernd, allerdings langhaarig und offensichtlich mehr und mehr dem Wahn verfallend. Das Bettelweib von Locarno weiterlesen

Die deutschen Kleinstädter

Nach August von Kotzebue (S1/2)

Die Deutschen KleinstädterDie Bühne des Forums wurde am 31.05.2010 zum kleinbürgerlich-spießigen und hinterwäldlerischen Städtchen Krähwinkel, in dem Klatsch und Tratsch auf der Tagesordnung stehen – die Schülerinnen und Schüler des DSP- Kurses S1/2 (Herr Lampe) präsentierten erfolgreich die vieraktige Komödie „Die deutschen Kleinstädter“ von August von Kotzebue.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Es geht um Sitten, Moral, Benimm und Titel: Wer keinen Titel hat, ist ein Niemand, kann nicht mitreden, denn dort führen betitelte Personen das Wort, die unbetitelte Jugend hört zu und schweigt. Theoretisch. Die deutschen Kleinstädter weiterlesen

Leonce und Lena

Frei nach Georg Büchner (S3/4)

Der DSP-Kurs des S3/4 (Herr Lampe) hat am 06.05.2010 das Lustspiel „Leonce und Lena“ von Georg Büchner in einer sehr freien Bearbeitung präsentiert. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer haben bei der Erarbeitung den Inhalt verkürzt, variiert und mit einer kleinen Parallelhandlung verwoben und sich theoretisch u.a. mit dem Begriff des postdramatischen Theaters befasst und wesentliche Merkmale in der Inszenierung aufgegriffen.

Leonce und LenaEin Auszug aus dem Programmheft:
Sitzen Sie symmetrisch? Wir wollen nicht riskieren, König Peter vom Königreiche Popo in größere Verwirrung zu stürzen, denn die Menschen machen ihn konfus. Der Mensch muss denken. Entweder verheiratet sich sein Sohn oder nicht – entweder, oder. Ein Drittes gibt es nicht. Und genau das ist der Punkt: Sein Sohn Leonce, Prinz vom Reiche Popo, und Lena, Prinzessin vom Reiche Pipi, wollen sich gegen ihr Schicksal hinwegsetzten, doch das Schicksal spielt ihnen einen Streich.

Auf der Flucht vor der Zwangsheirat und auf der Suche nach Ideal und Identität treffen sich die einander Versprochenen – oh Zufall, oh Vorsehung – in Italien. In Unkenntnis, in wen sie sich da eigentlich verlieben, ist für Leonce klar: Er muss die Schöne heiraten, sonst hätte sein Leben keinen Sinn mehr.

Im Reiche Popo bemüht sich König Peter derweil um Symmetrie und überlegt, wie die geplanten Feierlichkeiten doch noch abgehalten werden können. In die größte Verwirrung versetzt ihn schließlich die Ankunft der zwei weltberühmten Automaten, bis ihm eine zündende Idee in den Sinn kommt…

Begleiten Sie Leonce gemeinsam mit seinem Vertrauten Valerio, einem närrisch-parasitären Pseudoromantiker auf dem Weg an Herzblättern vorbei – hin zu seiner wahren Liebe. Gute Unterhaltung und: Sitzen Sie symmetrisch!

Der Geizige

Frei nach Molière (S1/2 + Musikklasse 6a/b)

Im Juni 2009 präsentierten der Grundkurs Darstellendes Spiel des S2 (Herr Lampe) und die Musikklasse des Jahrgangs 6 (Herr Lampe / Herr Zielberg) vor begeisterten Zuschauern, die sehr zahlreich erschienen waren:

Der Geizige

Aus dem Programmheft gekürzt (L. Fuchs, GK DSP S1/2):
Komisch und dramatisch, schrill und trotzdem einfach gehalten, zeitlos und dennoch brandaktuell, voller Emotionen, Überraschungen und mit Musik, Tanz und Gesang – willkommen zu unserer Inszenierung des „Geizigen“ nach Molière.

Der geizige und misstrauische Vater Harpagon treibt seine Kinder dadurch in den Wahnsinn, sie aus eigener Profitsucht verheiraten zu wollen. Dass diese jedoch schon andere Hochzeitspläne haben, scheint ihn nicht zu stören:
Tochter Elise hat Vaters Angestellten Valére im Blick, Sohn Cléante möchte sich mit dem ärmeren Mädchen Marianne verbinden. Die Konflikte spitzen sich zu, als Harpagon verkündet, selbst eben diese Marianne heiraten zu wollen – ohne Wissen von Cléantes Absichten.

Und für weitere Probleme sorgt außerdem das Geld – immer wieder das Geld! Harpagon hortet seinen Schatz vergraben in einer Geldkassette im Garten, die Angestellten lechzen danach, die Heiratsvermittlerinnen Frosine und Frosine versuchen sich einen Anteil abzuluchsen, indem sie Harpagon und Marianne verheiraten möchten, und Cléante braucht dringend einen Kredit, um all seine Ausgaben bezahlen zu können. Doch auch wenn sein treuer Helfer La Flèche sich um Auswege bemüht, führt dies nur zu noch mehr Chaos. Und plötzlich verschwindet Harpagons Kassette. Und alles scheint verloren. Verloren. Tatsächlich? Lassen Sie sich überraschen!

Ältere Aufführungen

2009
Und Du setzt eine Maske auf
eine Bearbeitung nach Vorlage von „…und tot bist du“
von William Mastrosimone (S1/2)

2008
rot / blau
Eigenproduktion (2 Kurse des S3/4 + Big-Band)

Der eingebildete Kranke (S4)
nach Molière

2007
Die Welle (S4)
nach einer Romanvorlage von M. Rhue

Großstadtszenen
Eigenproduktion von zwei DSp-Kursen Jg. 8

2006
Frühlings Erwachen (S4)
von Franz Wedekind

Einer flog über das Kuckucksnest (S2)
Theatrale Umsetzung einer Filmvorlage

2005
Träume zwischen Wahn und Wirklichkeit: UM-NACHT-UNG
Eigenproduktion – frei nach Texten von Franz Kafka
fächerübergreifendes Musiktheaterprojekt
(Musik VS und Theater S2)
mit diesem Stück: Teilnahme und Auszeichnung (Gewinner) beim Festival „Theater macht Schule“

2004
Hexenjagd
von A. Miller

2004
Lysistrata
frei nach Aristophanes