Die deutschen Kleinstädter

Nach August von Kotzebue (S1/2)

Die Deutschen KleinstädterDie Bühne des Forums wurde am 31.05.2010 zum kleinbürgerlich-spießigen und hinterwäldlerischen Städtchen Krähwinkel, in dem Klatsch und Tratsch auf der Tagesordnung stehen – die Schülerinnen und Schüler des DSP- Kurses S1/2 (Herr Lampe) präsentierten erfolgreich die vieraktige Komödie „Die deutschen Kleinstädter“ von August von Kotzebue.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Es geht um Sitten, Moral, Benimm und Titel: Wer keinen Titel hat, ist ein Niemand, kann nicht mitreden, denn dort führen betitelte Personen das Wort, die unbetitelte Jugend hört zu und schweigt. Theoretisch.

Morgen steht ein Fest an: Eine Verbrecherin wurde vor vielen Jahren gefasst und soll nun am Galgen baumeln – alles dank des Bürgermeisters, der damit die Ehre der Stadt gerettet hat und vor dem Minister gut dastehen wird. Zur Feier des Tages soll auch die Tochter des Bürgermeisters, Sabine, mit dem Bau-, Berg- und Weginspektorsubstitut Sperling verheiratet werden. Sabine aber, jung und noch ohne Titel, hatte zuvor in der großen Residenzstadt Karl Olmers kennen gelernt, einen Freund des Ministers, der ihr viel eher zusagt und der nun um ihre Hand anhalten will.

Olmers versetzt Krähwinkel bei seiner Ankunft in den Ausnahmezustand, da er zunächst fälschlicherweise für den König gehalten wird, später dann durch Mangel an Sitten, Moral, Benimm und Titel negativ auffällt.

Wie nun kann ein bei den Kleinstädtern schon in Ungnade gefallener, titelloser Fremdkörper doch noch Sabines Verwandtschaft – die Frau Untersteuereinnehmerin, den Herrn Vizekirchenvorsteher, die Frau Oberfloß- und Fischmeisterin sowie die Frau Stadtakzisekassaschreiberin für sich gewinnen und den aufdringlichen Möchtegernpoeten und Nebenbuhler Sperling aus dem Rennen schicken?

Ein fast aussichtsloses Unterfangen, wäre da nicht die alte Sache mit der Verbrecherin, die eigentlich am Galgen baumeln sollte, und Olmers‘ Verbindung zum Minister…