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21035 – …

Aus dem Programmheft:

Liebe Zuschauer,

wir, die Teilnehmer/innen des Theaterkurses des Jahrgangs 10 von Frau Schmidt, spielen Ihnen/euch heute unser Stück „21035. Zwei Menschen – Ein Stadtteil“ vor. Wir haben das amerikanische Stück „Unsere kleine Stadt“ von Thornton Wilder aus dem Jahr 1938 an unsere Zeit und unsere Umgebung angepasst und umgeschrieben. Dabei gab es, wie in unserem Stück, Höhen und Tiefen: viele Diskus­sionen, aber auch viel Spaß. Dass wir Ihnen das Ergebnis heute prä­sentieren, ist für uns etwas wirklich Besonderes, denn es ist das erste Mal, dass wir so ein umfangreiches Stück vor einem großen Publikum spielen.

Unser Stück handelt von zwei Menschen aus unterschiedlichen Fami­lien und Kulturkreisen, die als Nachbarn aufwachsen und hier aufein­andertreffen, wodurch man einen interessanten Einblick in die unter­schiedlichen Lebensstile erhält. Das Stück ist in drei Akte eingeteilt, die für verschiedene Lebensabschnitte stehen. Die Hautpersonen Murat und Vanessa sind zu Beginn des Stückes noch Teenager und werden dann zunehmend älter, wie auch alle anderen Einwohner des Stadtteils. Zudem spielt es noch in einem Stadtteil, in dem getratscht und geurteilt wird, aber es wird auch unterstützt und geliebt.

Wir haben versucht, das Stück minimalistisch, aber dennoch aus­sagekräftig zu gestalten. Es besitzt, wie gesagt, Höhen und Tiefen und behandelt dabei Themen wie Liebe und Familie. Es zeigt außer­dem, dass nicht alles so kommt, wie man es sich vorgestellt hat.

Wir hoffen, dass unser Stück Ihnen/euch gefällt und freuen uns über Ihr/euer Erscheinen!

Simon Bille und Linda Goßmann
für den Theaterkurs Jg. 10
(Texte zusammengeführt von Frau Schmidt)

Romeo und Julia reloaded

Als ich im November 2016 von einen Tag auf den anderen als Theaterlehrerin an das Gymnasium Allermöhe kam, wurde ich neugierig von 17 Schülern begrüßt. Nach ein paar Stunden Schauspiel- und Improvisationsübung, wurde der Wunsch immer lauter, endlich ins richtige „Spielen“ zu kommen. Wir wollten ein Stück auf die Beine stellen. Nur welches – das war die Frage, denn von Komödie bis Drama waren die Wünsche vielfältig.

Nach 3 Doppelstunden „altmodischem“ Shakespare, war klar: Etwas Modernes sollte es sein. Da ich persönlich die Verbindung vom Alten zum Neuen spannend finde und mir durch Zufall eine moderne Fassung des Stoffs „Romeo und Julia“ in die Hände fiel (ausgerichtet für 17 Schüler) und wir überdies uns gerade mit Shakespeare beschäftigt hatte, war schnell klar: dies wird unser Stück! Auch erfüllte das Stück den Wunsch sowohl der Dramatiker als auch den der Komödianten: Zum einen bleibt es in der „reloaded“ Version bei einer komplizierten Liebesgeschichte, wobei der Konflikt sich auf der Konkurrenz zwischen Realschüler und Gymnasiasten abspielt. Zum anderen sind in dieser Version lustige Charaktere zu finden (z.B. der SEHR emotionale Vater von Romeo, ein italienischer Eisverkäufer und Witwer, der sich in die aufgetakelte Mutter von Julia verliebt, einer ehemaligen berühmten Schauspielerin). Hinzu kommt das in der neuen Version hinzugefügte Happy End.

Die Proben entwickelten sich als turbulent. Da dies meine erste Arbeit mit Schülern in einer größeren Gruppe war, musste ich mich zunächst an den hohen Geräuschpegel gewöhnen bzw. ihm entgegentreten – denn quirliges Gequatsche während einer Bühnenprobe sind am Theater ein absolutes Tabu (ganz abgesehen von Handynutzung, Essen und Trinken und unaufgeforderten Verlassen der Bühne während einer Probe).

Erst die Einzelproben und das Proben in kleineren Gruppen bei unserem Probenwochenende und dem Projekttag brachten die nötige Konzentration und Dichte, die unabdingbar sind für eine Vorstellung. Als jedoch der Hauptdarsteller und eine weitere größere Rolle auszufallen drohten, stand das Stattfinden der Vorstellung kurz auf der Kippe. Letztlich konnten wir uns erst am Tag der Vorstellung sicher sein: Die Vorstellung findet statt, und aufgrund der komplizierten Krankheitssituationen gab es eben zwei Romeos: den eine in der ersten Hälfte, den andere dann in der zweiten Hälfte.

Zusammengefasst: Die 4 Monate Proben (nur einmal in der Woche) waren intensiv, manchmal nervenaufreibend für alle Beteiligten, aber schließlich auch aufregend und mit Sicherheit eine intensive Erfahrung.

Julia Holmes
Leiterin des Theaterkurses S1/2 im Schuljahr 2016/17

Mutter Afrika

Mutter Afrika
-eine Adaption des Bühnenstückes von Ad de Bont-

Der S2 Theaterkurs (Jur) beschäftigte sich in diesem Schuljahr intensiv mit einer Adaption des Jugendtheaterstücks „Mutter Afrika“ von Ad de Bont.

Wir hatten am Anfang des Schuljahres Auszüge aus mehreren Textvorlagen im Kurs gelesen und uns schließlich auf dieses sehr traurige und zum Nachdenken anregende Stück geeinigt. Nach intensiven Proben und viel Experimentieren mit dem Text führte der Kurs schließlich am 14.6.2017 seine Inszenierung von „Mutter Afrika“ im Forum des Gymnasiums Allermöhe auf.

Mir als Lehrer hat es großen Spaß gemacht, dieses Stück mit den Schülerinnen und Schülern des Kurses einzustudieren, denn die Gruppe war äußerst engagiert und hat als Team motiviert und konzentriert zusammengearbeitet. Eine besondere Herausforderung waren die langen chorischen Passagen, die wir sehr ausgiebig proben mussten, bis sie klappten. Am Ende konnten wir uns gemeinsam über einen sehr gelungenen Abend freuen!

Mutter Afrika ist die Geschichte zweier Geschwister, Aba und Kodjo, die im 19. Jahrhundert in Afrika geboren, aber schon als Kinder nach Surinam als Sklaven verschleppt werden.

Auf dem Sklavenschiff werden sie getrennt und erleben beide ein sehr wechselvolles Schicksal. Zunächst lernt Aba Menschen kennen, die gegen die Sklaverei sind und sie wie ihre eigene Tochter behandeln. Sie schicken sie zur Schule und lassen sie Lesen und Schreiben lernen. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Pflegemutter wächst Aba dann jedoch bei der sadistischen Missy Papot auf, die ihren Rassismus unverhohlen an Aba auslässt.

Kodjo muss bei der unnachgiebigen Plantagenbesitzerin Frau Soesmann schuften, die ihre Sklaven ebenfalls mit großer Brutalität behandelt. Als sich Kodjo und deren Tochter Clasina ineinander verlieben, ist Kodjos Schicksal besiegelt. Am Ende muss Aba erfahren, dass ihr Bruder Kodjo von Frau Soesmann ermordet wurde, ohne dass die beiden sich noch einmal wiedersehen konnten. Trotz aller Trauer endet das Stück mit dem Appell, nie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufzugeben.

An der Aufführung nahmen folgende Schülerinnen und Schüler des S2-Kurses teil: Alexandra, Alina, Anshi, Daniel, Feleknas, Jaman, Jan, Marcel, Mason, Merle, Ridvan, Samanta, Selina, Tara, Valentin und als Gast Sahra aus der Klassenstufe 10.

Im nächsten Schuljahr geht es weiter, hoffentlich wieder mit einem ebenso spannenden und herausfordernden Projekt wie in diesem Jahr. Ich freue mich darauf!

Junker
Leiter des Theaterkurses S1/2 im Schuljahr 2016/17

„Haram“ – Erzähltheater in einer Aufführung des S4 (Di 28.02. und Mi 01.03. – 19 Uhr im Forum)

„HARAM“ das heisst:
unerlaubt, verboten, man begeht eine Sünde.

Die in Deutschland aufgewachsenen Geschwister Houari, Aziza und Said verbringen, wie jedes Jahr in Marokko, dem Heimatland ihrer Eltern, ihre Sommerferien.

Mit einem Klick auf das Bild geht’s zum kompletten Flyer

Doch dieses Jahr ist alles anders. Am letzten Ferientag teilen ihre Eltern ihnen mit, dass nur der Vater nach Deutschland zurückkehren wird. Die drei Geschwister sollen ab jetzt mit ihrer Mutter in Marokko leben, um eine „ordentliche“ Erziehung nach islamischen Wertvorstellungen zu erhalten.

Für die Drei bricht eine Welt zusammen: Dürfen sie nie wieder in ihre Heimat zurück?! Sollen sie nie wieder ihre Freunde sehen?! Sollen sie auf alles, was ihnen in Deutschland erlaubt war, verzichten?!

Besonders für das Mädchen Aziza ist es ein Schock, sie will nicht in Marokko bleiben. Ihr älterer Bruder Houari und sie beschließen abzuhauen, aber „ein Mädchen das wegläuft, ist zehnmal schlimmer als ein Junge der wegläuft, das ist – Haram, Schande“.

Aber was ist denn „Haram“, eine Sünde, aus der Sicht von drei in Deutschland aufwachsenden marrokanischen Kindern? Und was ist „Haram“ aus Sicht eines Muslims? Was bedeutet Heimat für Houari, Aziza und Said? Welchen Druck müssen die Eltern aushalten, die sich vor Ihrer eigenen Familie rechtfertigen müssen?

Gibt es ein Happy End?

Du Frau – Ich Mann

Eigenproduktion

Typisch Mann, typisch Frau – Frauen können nicht einparken, Männer können nicht über Gefühle reden, Frauen lieben Klatsch, Männer Fußball…

Du Frau, Ich MannÜber solche Klischees hat sich der DSP-Kurs des S3/4 (Frau Schmidt) in diesem Schuljahr Gedanken gemacht. Verhalten wir uns nach vorgegebenen Mustern oder sind wir ganz frei davon? Welche Rollenbilder werden in unserer Gesellschaft vermittelt, z.B. in Filmen und Popsongs? Wie wäre es, wenn die Rollen vertauscht wären?

Die Ergebnisse wurden in der Eigenprodutkion „Du Frau, Ich Mann!“ am Dienstag, den 11.05.2010, im Eingangsbereich des Schulgebäudes präsentiert.

Das Bettelweib von Locarno

Frei adaptiert nach der gleichnamigen Erzählung von Heinrich von Kleist (S3/4)

Am 14.04.2011 wurde im Forum unter großem Applaus eine recht experimentelle Adaption der Erzählung „Das Bettelweib von Locarno“ auf die Bühne gebracht. Es spielte der Theaterkurs des S3/4 (Spielleitung: F. Lampe).

Hier ein Auszug aus dem Programmheft:

Wer da?
Was erlaube Bettelweib?

Das Bettelweib Dies sind zumindest zwei entscheidende Fragen, die sich der Marchese, ein verarmter Adliger, mehrfach stellen wird. Die erste Frage, ein Zitat und immerhin die einzige wörtliche Rede in der Erzählung

Das Bettelweib von Locarno von Heinrich von Kleist (1777-1811), der Vorlage für dieses Stück, ist vermutlich leicht zu beantworten:

Das Bettelweib ist da, wer sonst. Oder doch ein Geist, eine unbegreifliche Gestalt, ein gespensterartiges Geschöpf, ein seelenloses Wesen? Wer weiß. Wer da? Und überhaupt: Was erlaube Bettelweib? So zumindest formuliert es der Marchese, später ein an einen italienischen Fußballtrainer erinnernd, allerdings langhaarig und offensichtlich mehr und mehr dem Wahn verfallend. Das Bettelweib von Locarno weiterlesen

Die deutschen Kleinstädter

Nach August von Kotzebue (S1/2)

Die Deutschen KleinstädterDie Bühne des Forums wurde am 31.05.2010 zum kleinbürgerlich-spießigen und hinterwäldlerischen Städtchen Krähwinkel, in dem Klatsch und Tratsch auf der Tagesordnung stehen – die Schülerinnen und Schüler des DSP- Kurses S1/2 (Herr Lampe) präsentierten erfolgreich die vieraktige Komödie „Die deutschen Kleinstädter“ von August von Kotzebue.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Es geht um Sitten, Moral, Benimm und Titel: Wer keinen Titel hat, ist ein Niemand, kann nicht mitreden, denn dort führen betitelte Personen das Wort, die unbetitelte Jugend hört zu und schweigt. Theoretisch. Die deutschen Kleinstädter weiterlesen

Leonce und Lena

Frei nach Georg Büchner (S3/4)

Der DSP-Kurs des S3/4 (Herr Lampe) hat am 06.05.2010 das Lustspiel „Leonce und Lena“ von Georg Büchner in einer sehr freien Bearbeitung präsentiert. Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer haben bei der Erarbeitung den Inhalt verkürzt, variiert und mit einer kleinen Parallelhandlung verwoben und sich theoretisch u.a. mit dem Begriff des postdramatischen Theaters befasst und wesentliche Merkmale in der Inszenierung aufgegriffen.

Leonce und LenaEin Auszug aus dem Programmheft:
Sitzen Sie symmetrisch? Wir wollen nicht riskieren, König Peter vom Königreiche Popo in größere Verwirrung zu stürzen, denn die Menschen machen ihn konfus. Der Mensch muss denken. Entweder verheiratet sich sein Sohn oder nicht – entweder, oder. Ein Drittes gibt es nicht. Und genau das ist der Punkt: Sein Sohn Leonce, Prinz vom Reiche Popo, und Lena, Prinzessin vom Reiche Pipi, wollen sich gegen ihr Schicksal hinwegsetzten, doch das Schicksal spielt ihnen einen Streich.

Auf der Flucht vor der Zwangsheirat und auf der Suche nach Ideal und Identität treffen sich die einander Versprochenen – oh Zufall, oh Vorsehung – in Italien. In Unkenntnis, in wen sie sich da eigentlich verlieben, ist für Leonce klar: Er muss die Schöne heiraten, sonst hätte sein Leben keinen Sinn mehr.

Im Reiche Popo bemüht sich König Peter derweil um Symmetrie und überlegt, wie die geplanten Feierlichkeiten doch noch abgehalten werden können. In die größte Verwirrung versetzt ihn schließlich die Ankunft der zwei weltberühmten Automaten, bis ihm eine zündende Idee in den Sinn kommt…

Begleiten Sie Leonce gemeinsam mit seinem Vertrauten Valerio, einem närrisch-parasitären Pseudoromantiker auf dem Weg an Herzblättern vorbei – hin zu seiner wahren Liebe. Gute Unterhaltung und: Sitzen Sie symmetrisch!

Der Geizige

Frei nach Molière (S1/2 + Musikklasse 6a/b)

Im Juni 2009 präsentierten der Grundkurs Darstellendes Spiel des S2 (Herr Lampe) und die Musikklasse des Jahrgangs 6 (Herr Lampe / Herr Zielberg) vor begeisterten Zuschauern, die sehr zahlreich erschienen waren:

Der Geizige

Aus dem Programmheft gekürzt (L. Fuchs, GK DSP S1/2):
Komisch und dramatisch, schrill und trotzdem einfach gehalten, zeitlos und dennoch brandaktuell, voller Emotionen, Überraschungen und mit Musik, Tanz und Gesang – willkommen zu unserer Inszenierung des „Geizigen“ nach Molière.

Der geizige und misstrauische Vater Harpagon treibt seine Kinder dadurch in den Wahnsinn, sie aus eigener Profitsucht verheiraten zu wollen. Dass diese jedoch schon andere Hochzeitspläne haben, scheint ihn nicht zu stören:
Tochter Elise hat Vaters Angestellten Valére im Blick, Sohn Cléante möchte sich mit dem ärmeren Mädchen Marianne verbinden. Die Konflikte spitzen sich zu, als Harpagon verkündet, selbst eben diese Marianne heiraten zu wollen – ohne Wissen von Cléantes Absichten.

Und für weitere Probleme sorgt außerdem das Geld – immer wieder das Geld! Harpagon hortet seinen Schatz vergraben in einer Geldkassette im Garten, die Angestellten lechzen danach, die Heiratsvermittlerinnen Frosine und Frosine versuchen sich einen Anteil abzuluchsen, indem sie Harpagon und Marianne verheiraten möchten, und Cléante braucht dringend einen Kredit, um all seine Ausgaben bezahlen zu können. Doch auch wenn sein treuer Helfer La Flèche sich um Auswege bemüht, führt dies nur zu noch mehr Chaos. Und plötzlich verschwindet Harpagons Kassette. Und alles scheint verloren. Verloren. Tatsächlich? Lassen Sie sich überraschen!

Ältere Aufführungen

2009
Und Du setzt eine Maske auf
eine Bearbeitung nach Vorlage von „…und tot bist du“
von William Mastrosimone (S1/2)

2008
rot / blau
Eigenproduktion (2 Kurse des S3/4 + Big-Band)

Der eingebildete Kranke (S4)
nach Molière

2007
Die Welle (S4)
nach einer Romanvorlage von M. Rhue

Großstadtszenen
Eigenproduktion von zwei DSp-Kursen Jg. 8

2006
Frühlings Erwachen (S4)
von Franz Wedekind

Einer flog über das Kuckucksnest (S2)
Theatrale Umsetzung einer Filmvorlage

2005
Träume zwischen Wahn und Wirklichkeit: UM-NACHT-UNG
Eigenproduktion – frei nach Texten von Franz Kafka
fächerübergreifendes Musiktheaterprojekt
(Musik VS und Theater S2)
mit diesem Stück: Teilnahme und Auszeichnung (Gewinner) beim Festival „Theater macht Schule“

2004
Hexenjagd
von A. Miller

2004
Lysistrata
frei nach Aristophanes