Stolperstein für Carl Boldt

Von Zeitzeugen zu Stolpersteinen

Erinnern am Gymnasium Allermöhe 2012 – 2014

Nicht mehr viele Zeitzeugen leben, die man befragen kann, warum Menschen andere Menschen während des Dritten Reiches auf Grund ihres Glaubens, ihrer Rasse oder ihrer Weltanschauung oder sexuellen Orientierung verfolgt haben. Spuren zu verfolgen, die Schicksale verdeutlichen, kann ein Ansatz ausgehend vom Geschichtsunterricht sein, die Erinnerung an den Schrecken wachzuhalten und zu verhindern, dass jemals wieder Diskriminierung, Entrechtung, Verfolgung und Mord an der Tagesordnung sind.

Es gab und gibt viele Projekte am Gymnasium Allermöhe, die der Erinnerung und der Begegnung gewidmet sind – zum Beispiel Zeitzeugenlesungen oder den Austausch mit Aschdod in Israel. Hier geht es um Projekte im Zusammenhang mit Zeitzeugen und Stolpersteinen.

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Der Anfang: Die Projektwoche vom 10. – 14.09.2012

Recherche im Staatsarchiv

Entstanden ist unser Beitrag (der jetzigen Klasse 10 b) zur Erinnerungskultur am Gymnasium Allermöhe im Rahmen der Projektwoche vom 10. – 14.09.2012. Im Staatsarchiv haben wir nach Schicksalen von Opfern der Verfolgung durch die National-sozialisten an Hand von Originaldokumenten geforscht.

Melanie Friedeberg

Auf dem jüdischen Friedhof in Ohlsdorf hat uns Melanie Friedeberg ihr Schicksal als Überlebende der NS-Diktatur erzählt.

Soltaustraße

Heute erinnern zahlreiche Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus vor Ort – hier in Bergedorf liegt der Stolperstein für Carl Boldt in der Soltaustraße 12. Wir haben uns mit jedem Einzelschicksal beschäftigt und einen Flyer mit einer Route für Stolpersteine in Bergedorf verfasst und vom Bezirksamt Bergedorf verbreiten lassen.

Der „Hitlerjunge Salomon“ (Salomon Perel)
am Gymnasium Allermöhe am 13.09.2014

Einer der letzten Zeitzeugen des Dritten Reiches ist der in Israel lebende Jude Salomon Perel, der ein lebendes Mahnmal gegen Neonazis ist und so lange Schulen besuchen will, wie er kann, um von seinem abenteuerlichen Leben als Jude unter Hitlerjungen zu erzählen.

Sally Perel

Wir haben Sally Perel als Jupp Peters im Film „Hitlerjunge Salomon“ oder als Josef Perjell in seiner Autobiografie Ich war Hitlerjunge Salo-mon“ kennengelernt, aus der Sally Perel uns vorgelesen hat.

Sally Perel 2

Alle Schülerinnen und Schüler hat die Lesung sehr bewegt und anschaulich gemacht, was passiert, wenn Menschen ohne Grund verfolgt werden. Wir werden ihn auf jeden Fall wieder einladen.

Die Klassenreise der Klasse 10 b vom 09. – 13.09.2013
nach Krakau im Zeichen der Erinnerung und Begegnung

Die Klassenfahrt stand ganz im Zeichen der geschichtlichen Erinnerung und der heutigen Begegnung mit der polnischen Kultur in Vergangenheit und Gegenwart.

Kulissen zu Schindlers Liste

Aus dem Film „Schindlers Liste“ von Stephen Spielberg erkennt man die Kulissen des Ghettos – das sich allerdings im Original auf der anderen Seite der Weichsel befand.

Friedhof der Remuh-Synagoge (Boźnica Remuh)

Auf dem Friedhof der Remuh-Synagoge (Boźnica Remuh) sieht man heute noch viele alte Grabsteine, aber wenig jüdische Bewohner, dafür um so mehr Touristen.

Vor dem Eingang von Auschwitz I

Hier standen wir am Eingang des Konzentrationslagers Auschwitz I, dem sogenannten Stammlager.

Eine der ältesten Holzkirchen Polens

Auf dem Rückweg von der slowakischen Grenze haben wir eine der ältesten Holzkirchen Polens besucht.

Das Stolpersteinprojekt von Carmela, Nicole und Chantelle

Drei Schülerinnen hat die Forschungsarbeit an Opferschicksalen des Dritten Reiches so bewegt, dass sie sich entschlossen haben, mit Unterstützung von verschiedenen Einrichtungen selbstständig das Leben der Frieda Johanna Dora Fiebiger zu erforschen und zu dokumentieren.

Die Krönung der Arbeit ist der Stolperstein, den Gunter Demnig, der Initiator und Schirmherr der Stolpersteine, am 15.08.2013 im Beisein der Klasse 10 b, der Schulleiterin, der Klassenleitung (Frau Springborn und Herrn Ostendorf) und der Entourage des Künstlers im Gedenken an Frieda Johanna Dora Fiebiger im Weidenbaumsweg 116 in Bergedorf verlegt hat.

Stolpersteinprojekt - Schülerinnen erhalten einen Bertinipreis 2013
Stolpersteinprojekt – Schülerinnen erhalten einen Bertinipreis 2013

Nicole Diez‘, Carmela Orlowskis und Chantelle Hajduks Mühen wurden von der Jury des Bertini-Preises mit einem Bertini-Preis des Jahres 2013 am 27.01.2014 im Ernst-Deutsch-Theater belohnt, worauf wir alle zu Recht stolz sein können.

Martin Ostendorf
24.04.2014

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