Das Experiment – Wie lange hältst du aus? (S3/S4)

Aufführung des Theaterkurses S3/4 von Frau Schmidt am 6.10.2022

Inhalt:
Mit dem menschlichen Verhalten beschäftigte sich der Psychologe Philip Zimbardo Anfang der siebziger Jahre. Zusammen mit anderen Psychologen untersuchte er mittels des „Stanford-Prison-Experiments“, eines Versuchs an der Stanford Universität, menschliches Verhalten unter echten Gefängnisbedingungen. Dafür wurden freiwillige Teilnehmer in Wachpersonal und Gefangene aufgeteilt und sollten planmäßig vierzehn Tage in einem Scheingefängnis verbringen. Für jeden Tag wurden sie mit einem Geldbetrag belohnt, der den Freiwilligen am Ende des Versuchs, wenn sie die vierzehn Tage gewaltfrei und ohne jegliches Chaos bewältigt hätten, aufsummiert und ausgezahlt werden sollte.

In unserem Theaterstück, das wir in S1 und S2 erarbeitet haben, haben wir den Verlauf des Experimentes aus den siebziger Jahren nachgestellt. Hierbei haben wir das menschliche Verhalten von den unterschiedlichsten Personen unter den gegebenen Bedingungen dargestellt.

Hintergrund/Anlass:
Um uns einen genaueren Einblick in den Versuch aus den siebziger Jahren zu schaffen, haben wir uns die deutsche Verfilmung „Das Experiment“ angeschaut und auf dieser Grundlage unser Stück kreiert. Für die Szenenarbeit haben wir uns Inspiration aus dem Roman „Das Experiment. Black Box“ von Mario Giordano geholt und auf Basis dessen unsere eigenen Szenen verfasst. Nach und nach entstand aus den einzelnen Fragmenten immer mehr ein richtiges Theaterstück.

Im Laufe des Halbjahres erfuhren wir von dem Krieg in der Ukraine. Dies erschütterte uns, als wir erfuhren, dass Machtmissbrauch und Grausamkeit gar nicht so weit von uns entfernt sind, wie wir uns immer davon zu distanzieren scheinen.

Somit stand für uns nun die Frage im Fokus, ob der Mensch wirklich von Natur aus böse ist, wenn er zu solchen Grausamkeiten in Lage ist.

Aufführung:
,,Das Experiment” war unser erstes Theaterstück als Kurs. Für viele war es sogar die erste Theatererfahrung, bei der man länger auf der Bühne stehen würde.

Am Tag der Aufführung haben wir von morgens bis nachmittags um 15:00 Uhr das Stück mehrmals geprobt. Wir alle waren noch ziemlich entspannt und gelassen.

Als wir uns nach einer Pause um kurz nach 18:00 wieder getroffen haben, wurde uns klar, dass es gleich soweit war. Die Aufregung stieg mit dem Näherkommen der Aufführung immer mehr an. Wir warteten im Backstage-Bereich auf den entscheidenden Anruf, der ein Zeichen dafür war, dass es losging. Aus Nervosität glaubten wir sogar, unseren ganzen Text und die Abläufe vergessen zu haben. Gemeinsam als Gruppe haben wir uns mit Frau Schmidt zusammengetan, um vor der Aufführung nochmal unseren gesamten Mut und unsere Kräfte zu sammeln. Und dann kam auch schon der Anruf und es ging los.

Ganz schnell merkte man, dass es ganz anders ist, plötzlich vor Publikum zu spielen als lediglich vor dem eigenen Theaterkurs. Die Anspannung legte sich jedoch schnell. Das Publikum war einfach super, weshalb es uns auch leicht fiel, in der Rolle zu bleiben und bestmöglich zu präsentieren, was wir gemeinsam mit Frau Schmidt als Kurs erarbeitet hatten. Dennoch war die Erleichterung groß, als es endlich geschafft war. Wir waren alle sehr stolz auf das, was gerade hinter uns lag. Endlich hatten wir das Gefühl, dass sich unsere Arbeit gelohnt hatte.

Zum Schluss gab es dann noch individuelle Gespräche und einen kleinen Austausch zwischen Zuschauer*innen und Spieler*innen. Zudem haben dankenswerterweise viele ein Feedback auf den bereitgelegten Zetteln hinterlassen, welches wir uns nach den Ferien zusammen durchlesen und somit an uns arbeiten werden.

Als alles nun wieder leer war, folgte ein gemütlicher und gemeinsamer Aufräum-Teil, damit auch alles wieder an Ort und Stelle ist, wenn nach den Ferien die Schule wieder beginnt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die dabei waren und die uns tatkräftig unterstützt haben. Ohne euch wäre dieser tolle Abend nicht dasselbe Ereignis gewesen. Wir als Theaterkurs werden diese Momente nicht vergessen und freuen uns schon auf (hoffentlich) noch mehr kommende Erlebnisse.

Manaal Yaqoob (12c) und Mirja-Sofie Röhl (12a)